Aktuelles vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen:
Erläuterungen zur Jahresjagdstrecke 2008/2009 des Landes Nordrhein-Westfalen:

16. Oktober 2009 - Im Jagdjahr 2008/2009 nahm die Strecke bei allen Schalenwildarten mit Ausnahme von Sika- und Rehwild deutlich zu. Beim Rotwild wurde mit 4.334 die höchste Strecke für Nordrhein-Westfalen erzielt. Die Strecke liegt zum 11. mal über 3.000 Stück und zum 2. mal über 4.000 Stück. Die Sikawildstrecke ist geringfügig auf 564 Stück zurückgegangen. Die Strecke für das Damwild ist mit 3.763 Stück zum achten mal in Folge auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Beim Muffelwild erreicht die Strecke mit 677 Stück gegenüber dem Vorjahr zum vierten mal in Folge einen neuen Höchstwert. Die Strecke für das Rehwild liegt mit 83.847 Stück im mittleren Bereich. Die Schwarzwildstrecke ist gegenüber dem Vorjahr um 40 % gestiegen und erreicht mit 42.634 Stück den höchsten in Nordrhein-Westfalen erzielten Wert. Die Streckensteigerung spiegelt die Erschließung neuer Lebensräume durch das Schwarzwild wieder und unterstreicht die Notwendigkeit zu einer intensiven Reduzierung des Schwarzwildbestandes.

Als Ursachen für den Streckenrückgang beim Feldhasen um 21 % sind ein witterungs- und prädationsbedingt relativ geringer Zuwachs sowie eine zurückhaltendere Bejagung – letztere auch im Zusammenhang mit der Situation beim Fasan (siehe unten) – anzunehmen. Weniger zu erwarten war der Streckenrückgang beim Wildkaninchen um 18 %, zumal der Wintereinbruch im Januar/Februar 2009 günstige Bejagungsbedingungen bot; mögliche Ursachen bleiben zu prüfen. Beim Fuchs bewegt sich die Strecke mit einem minimalen Plus von 2 % gegenüber dem Vorjahr im Schwankungsbereich der letzten 5 Jahre; das Fallwildaufkommen bzw. die Zahl überfahrener Füchse ist allerdings relativ gering. Möglicherweise spielt hier ein verringertes Nahrungsangebot (Zusammenbruch einer Kleinnagergradation) eine Rolle, ähnlich wie bei Steinmarder und Iltis, deren Strecken mit – 5 % bzw. – 2% sich noch auf üblichem Niveau halten. Beim Dachs dagegen scheint bei einem Streckenanstieg um 10 % auf 3.649 – die höchste Zahl seit den Nachkriegsmaxima von 1953/54 und 1954/55 – die seit rund 30 Jahren zu verzeichnende Bestandserholung anzuhalten. Nach einer wiederum starken Zunahme um 32 % markiert die Waschbärstrecke mit 7.212 einen neuen Spitzenwert in NRW; die stärksten Zunahmeraten sind in der (süd-) westlichen und nördlichen Peripherie des hiesigen Vorkommenszentrums Ostwestfalen-Lippe zu verzeichnen. Ähnlich, wenngleich auf sehr viel niedrigerem Niveau, ist die Situation beim Marderhund, dessen Strecke sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt hat.

Beim Rebhuhn rekrutiert sich der Abschuss aus den Gebieten mit relativ guten Besätzen und einer Bejagungsoption aufgrund einer Schonzeitaufhebung; selbst daran gemessen fällt die Strecke relativ niedrig aus. Beim Fasan ist gegenüber 2007/08 – dem zweithöchsten Streckenergebnis innerhalb der letzten 20 Jahre – ein Rückgang um 44 % auf den niedrigsten Wert seit 10 Jahren zu verzeichnen. Neben Lebensraumveränderungen werden als Ursachen witterungs- und prädationsbedingt geringer Zuwachs sowie eine auch präventiv eingeschränkte Bejagung bis hin zum völligen Bejagungsverzicht diskutiert. Bei der Ringeltaube hat sich die Strecke mit knapp 607.000 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Die Strecken von Graugans (+ 6 %), Kanadagans (+ 23 %) und Nilgans (+ 26 %) sind weiterhin im Aufwind; mit einer Gesamtstrecke von 13.064 ist NRW „Gänseland“ Nr. 1 in Deutschland. Bei der Stockente liegt die vom Vorjahr kaum abweichende Strecke im Schwankungsbereich der letzten 10 Jahre. Auch bei der Waldschnepfe ist die Strecke nahezu ebenso hoch wie im Vorjahr.

Fallwild: Rotwild 224 Stück, Damwild 347 Stück, Rehwild 26.080 Stück, Sikawild 14 Stück, Muffelwild 50 Stück, Schwarzwild 2.341 Stück, Dachs 1.180 Stück. Das Fallwild – überwiegend Opfer des Straßenverkehrs – ist in die Strecke mit einbezogen.

Autor: Herr Schneiden (Leiter Presse u. Öffentlichkeitsarbeit LJV).

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